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Land & Folks Beim Gedanken an Schottland dürften sich zunächst Bilder von Kilt, Tartan, Whisky und Dudelsack aufdrängen. Auch wenn diese Dinge vor allem in touristisch geprägten Regionen noch präsent sind, sind dies nur einige Facetten dieses Landes. Da ich dem Kilt, dem Tartan, dem Whisky und dem Dudelsack bereits ein eigenes Kapitel gegönnt habe, sollen hier weitere wissenswerte Dinge ihren Platz finden. Gälisch: Insbesondere in den Northern Highlands sowie auf den Western Isles wird man immer noch mit dem Gälischen konfrontiert. Sein Talent, Gälisch zu sprechen, wird man in dieser Gegenden an Verkehrszeichen testen können.
Abgesehen von einigen Ortsnamen wird man nicht wirklich schnell dahinterkommen, welche Stadt sich hinter der gälischen Bezeichnung verbirgt. Als Beleg hierfür mag nachfolgende kleine Auflistung dienen.
Das Gälische musste jedoch in den letzten Jahren herbe Rückschläge erleben. Zum einen stellt die Aussprache ungeahnte Herausforderungen vor allem an Kontinentaleuropäer, zum anderen leiden die Highlands und die Islands unter starken Abwnaderungsbewegungen gerade der jüngeren Bewohner in südliche Landesteile, so dass die Sprache auszusterben droht. Um dem entgegen zu wirken, wird an einigen Schulen in den letzten Jahren verstärkt Gälisch unterrichtet. Was aber nach wie vor die schottische Kultur auszeichnet, ist ein starkes Identifikationsgefühl.
Highland Games: Den Ursprung dieser Games festzulegen, fällt sehr schwer. Bereits im 11. Jahrhundert veranstaltete Malcolm III. einen Wettlauf von Braemar nach Creag Choinnich, um den besten Footrunner zu finden. Gleichzeitig fanden jedoch auf Geheiß der Clan Chiefs Wettkämpfe statt, in denen die Teilnehmer ihre Kraft, Geschicklichkeit und Geschwindigkeit unter Beweis stellen mussten. Ziel dieser Wettkämpfe war, die schnellsten und stärksten Männer der Umgebung zu rekrutieren. Die in dieser Zeit stattfindenden Highland Games verdanken ihre Wiederbelebung unter anderem Queen Viktoria, die - inspiriert von den Romanen Sir Walter Scotts - im Jahre 1848 die Spiele in Bramar besuchte. Wer in den Sommermonaten Schottland besucht, wird die Gelegenheit haben, Sportarten wie Tossing the Caber, Putting the Stone oder Throwing the Hammer beizuwohnen.
Beim Tossing the Caber nimmt der Sportler einen Baumstamm auf und schleudert diesen nach kurzem Anlauf in gerader Linie von sich fort. Idealerweise dreht sich der Baumstamm um 180° und fällt dann in gerader Linie vom Werfer aus gesehen hin. Zur Nachahmung nicht unbedingt empfohlen! Das Wetter: Typische Wettervorhersage in Schottland: „Ob es heute regnet, hängt vom Wetter ab.“ Was sich zunächst spöttisch anhört, kommt der Wahrheit ziemlich nahe. Ursache hierfür ist das maritim geprägte Klima. In Schottland liegt kein Ort weiter als 80 Kilometer vond ere Küste entfernt. Wer sich von solchen Dingen nicht abschrecken lässt, sollte allerdings wissen, daß Schotten eine Unmenge an Bezeichnungen für den Regen kennen. Hier eine kleine Vokabelhilfe:
Swelter bezeichnet übrigens eine eigentlich gewünschte Hitze, die aber zu lange anhält. Der schottische Geiz: Zum sprichwörtlichen Geiz der Schotten muss ich hier mal ein Wort verlieren. Tatsächlich sind die Schotten nämlich alles andere als geizig - vielmehr habe ich bisher keinen gastfreundlicheren und hilfsbereiteren Menschenschlag kennen gelernt. Ein Schotte lässt es sich nicht nehmen, einen Besucher einzuladen; und wenn man nicht gerade einen Single Malt erhält, sollte man nicht vorschnell urteilen - meinen Single Malt serviere ich schließlich auch nur guten Freunden… Das Vorurteil des berühmten schottischen Geizes dürfte seinen Ursprung im Mittelalter haben, als viele Familien wirtschaftlich nicht gerade auf Rosen gebettet waren und demzufolge sparsam mit ihren Vorräten umgehen mussten. Cuisine: Allein beim Gedanken an die britische Küche werden sich manchem die Nackenhaare aufstellen. Denn abgesehen von einigen Gerichten, bei denen auch Gourmets das Wasser im Mund zusammenläuft, gehören auch traditionelle Speisen auf den Esstisch. Das bekannteste traditionelle Gericht dürfte Haggis sein. Hierbei handelt es sich um Schafsinnereien (hauptsächlich Leber und Herz), die mit Hafermehl vermengt, gepfeffert und gesalzen und anschliessend in einem Schafsmagen gekocht werden. Traditionell wird Haggis mit Neeps ´n Tatties (Steckrüben und Kartoffelbrei) serviert. Am 25. Januar - der Burns Night - wird Haggis im Rahmen einer besonderen Zeremonie dargereicht. Der Küchenchef trägt, begleitet von Dudelsackmusik, den noch im Schafsmagen befindlichen Haggis zum Rednertisch, wo dann der Hausherr das Gedicht "Adress to a Haggis" vorträgt und dabei den Schafsmagen aufschneidet. Adress to a Haggis (Robert Burns, 1786)
Immerhin kann ich behaupten, Haggis probiert zu haben. Mein Geschmack war es allerdings nicht. Doch nicht nur das schottische Nationalgericht weicht erheblich vom Inhalt deutscher Speisekarten ab. Wer beim Restaurantbesuch nicht unangenehm überrascht werden will, sollte vor seinem nächsten Schottlandbesuch vielleicht die nachfolgende Auflistung eingehend studieren.
Am 12. August, dem Glorious Twelfth, beginnt in Schottland die Jagdsaison. Nicht verwunderlich, dass insbesondere in dieser Zeit Wildgerichte die Speisekarten beherrschen. Hierbei geniessen Partridge (Rebhuhn) und Pheasant (Fasan) auch bei Kennern einen hervorragenden Ruf. |